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Geschichte(n) sichtbar machen

09/2022 Geschichte(n) sichtbar machen

2 tägiger Comic-, Graphic Novel-Workshop

für Jugendliche ab 14 Jahren

Die KZ-Gedenkstätte Springhirsch lädt wieder zu einem außergewöhnlichen Comic-, und Graphic-Novel-Workshop ein. Die Geschichtspädagogin Ulrike Dörr gibt eine Einführung vor Ort und begleiten die Schüler*innen gemeinsam, mit der Künstlerin Julia Kaergel, von der Ideenfindung bis zur Präsentation der Arbeiten, im kleinen Kreis. Die Jugendlichen die alle in der Region wohnen, zeigen sich sehr beeindruckt auf dem Rundgang über die Anlage. "Man spürt, dass hier Schlimmes geschehen ist." Die Gefangenen des Lagers stammten mehrheitlich aus der Sowjetunion, Frankreich, Holland und Polen, hatten also viele unterschiedliche Muttersprachen, die sie hier niemals sprechen durften. Der Tagesablauf bestand aus täglich elf Stunden Zwangsarbeit und unzähligen Appellen. "Durch die Schwerstarbeit, die mangelhafte Versorgung und die oft brutale Behandlung förderte die SS bewusst das massenhafte Sterben der Häftlinge. Keiner der Täter wurde jemals zur Verantwortung gezogen". heißt es auf www.gedenstaetten-sh.de.

Die Schüler/-innen machen sich Notizen, und zeichnen in ihre Skizzenhefte. Anhand von persönlichen Schilderungen in Biografien einzelner Gefangener erfahren sie Details aus dem Lagerleben. Unterstützt durch die Dozenten, finden die Jugendlichen ihre eigenen Themen, die sie zeichnerisch umsetzen. Sie thematisieren was es bedeutet seine Muttersprache nicht sprechen zu dürfen, Fluchtversuche aus dem KZ, den Alltag im Lager aus der Perspektive der Häftlinge, als auch der Wärter und den Hunger. Aus den ersten Skizzen entstehen Zeichnungen und Comic-Panels. Die Jugendlichen erarbeiten und zeichnen ganz individuelle Interpretationen der Geschichte(n) des KZ-Außenlagers Kaltenkirchen in Springhirsch, die am Ende des workshops besprochen werden. Für die Literatur- und Filmtipps sind die Jugendlichen sehr dankbar. Es ist angedacht, die hier entstandenen Arbeiten in Zukunft im Dokumentenhaus der Gedenkstätte auszustellen.

Die Jugendlichen diskutieren, was das Thema heute mit ihnen überhaupt noch zu tun hat. Alle Teilnehmer/-innen sind politisch sehr interessiert und möchten sich in Zukunft weiter mit der NS-Vergangenheit in der Region und dem Holocaust beschäftigen und sich gegen das Vergessen und für die Demokratie einsetzen. Alle TN möchten anhand ihrer Zeichnungen ihren Mitschüler/-innen Einblicke in das Lager in Springhirsch geben. Einige planen in den Ferien Besuche in anderen KZ-Gedenkstätten, wie Neuengamme, Auschwitz und Orte der Erinnerungskultur in Berlin, Amsterdam und Polen.

Dieser Workshop wurde vom Trägerverein „KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch e.V. gefördert und von Julia Kaergel (Kunst und Illustration) und Ulrike Dörr (Geschichtspädagogin) geleitet.